04) Sydney

Soooo weit ...

... bin ich von Zuhause weg. 16117 Kilometer bis Berlin, um es genau zu sagen. Diese netten und durchaus sehr hilfreichen (wenn man denn gerne Laufen würde *smile*) Richtungswegweiser stehen in Kings Cross. Kings Cross ist Sydneys Vergnügungs- und Rotlichtviertel. Musste ich natürlich gleich im Bild verewigen, den Wegweiser:

sooweiit

Und obwohl ich hier doch soooo weeiiit von Zuhause weg bin, treffe ich eigentlich ständig nur andere Deutsche. Und Europäer (Engländer, Franzosen), aber in der Mehrheit wirklich andere Deutsche. Australien liegt derzeit im Trend bei uns, soviel ist klar. :-) Habe ich erwähnt, dass meine Zimmergenossin die Sarah aus Deutschland ist? Und dass hier im Hostel noch eine dritte „Sarah aus D.“ wohnt? In Deutschland kenne ich fast niemanden (außer mir), der Sarah (mit H an der richtigen Stelle!) heißt ... Immerhin, zwei Australier habe ich auch schon getroffen und den einen beim Monoploly und Cluedo spielen abzuzocken versucht – bin aber im Vergleich dazu schon ungefähr 30 Deutschen begegnet. Prooooossst.

prost2

Ich darf vorstellen: Nico (seineszeichens das/der einzige männliche AuPair, das/der mir bisher je untergekommen ist: http://www.nicolas-australien.de) und Katja, (die Krankenschwester ist und hier auch als solche arbeitet http://www.katjahendel.com). In diesem Fall haben wir uns aber absichtlich verabredet gehabt (die beiden und auch die anderen, die an dem Abend dabei waren, sind wie ich Nutzer von Reisebine.de http://www.reisebine.de bzw. http://www.oneterra.de/forum). Kein Wunder also, dass es wieder nur Deutsche (und eine Österreicherin) waren... ;-)

Paddy's Market

Im Allgemeinen sind die Lebenshaltungskosten hier ja sehr ähnlich (also eher hoch...) wie bei uns. Lebensmittel kostet in etwa gleich viel, wenn man es umrechnet. Nur Milchprodukte (vor allem Jogurt) sind hier oft einiges teurer. Ein Becherchen Jogurt kostet schon mal 1 Dollar oder so. Nunja, ALDI (keine Lüge, den gibt es hier wirklich, mehrfach, seit etwa 5 Jahren und damals sehr zum Entsetzen der Aussies "die Europäer kommen!"...) macht günstigeres Einkaufen zwar möglich, aber wie üblich gibt es da alles nur in Riesenpackungen. Also auch wieder nicht so toll, wenn man weiss, dass man in 3 Tagen schon weiterreisen will und bis dahin nicht ausschliefllich Käse oder Cornflakes essen will... Aber zwischen "Mandelspekulatius","Dominosteinen" und "Reiskräckern" fühlt man sich doch gleich wie Zuhause. Auch wenn die hier offenbar immer noch die Restbestände von Weihnachten liegen haben... ;-)

Nunja, so schlucke ich beim Einkaufen wiederholt mein Entsetzen runter, wenn ich sehe, was es kosten soll, wenn ich einen Liter Milch, etwas Käse, Brot und Nudeln kaufen will. Es gibt aber doch Ausnahmen. Eine davon ist der Paddy's Market. Der hat Do - So geöffnet und bietet zum einen typischen Billigkram wie Sonnenbrillen, Klamotten, Schmuck und dererlei, was man halt so kennt von Märkten. Auflerdem gibt es da einen grossen Seafood-Teil mit super frischem Meeresgetier (nicht meine Welt, allerdings) und einen noch grösseren Obst-Gemüse-Teil. Und da kosten Sachen, die bei Woolworths oder Coles mindestens 6 Dollar das Kilo kosten, dann nur 2 Dollar. Zum Beispiel kosten Karotten 1 Dollar das Kilo (das sind 60 Euro-Cent). Da lohnt es sich doch echt, sich in das Gewühl zu stürzen, und sich einen Vorrat an Obst und Gemüse für die nächsten Tage zuzulegen. Oder zu erkämpfen, wäre auch gut ausgedrückt. Vor allem am Wochenende ist jedermann und jederfrau da zum Lebensmittel einkaufen. Uff.


paddys

Mein heutiger Einkauf waren (nur, dass Ihr eine Vorstellung von "günstig" bekommt): 3 Nektarinen, 3 Bananen, 1 Gurke und 2 riesige Karotten. Kostenpunkt: 2,70 Dollar für alles zusammen. Das sind keine 2 Euro, wenn meine Rechenkünste mich nun nicht allzusehr täuschen.

Royal Botanic Gardens

Direkt am Circular Quay hinter dem Opernhaus beginnt der Botanische Garten, eine weitläuige Grünanlage mitten in Sydney. Toll zum Spazierengehen, Lunch essen oder zum Relaxen. Im Gegensatz zu London, wo der Eintritt in die Kew Gardens einen ziemlich satten Eintritt kostet (der es aber dann wert ist), kostet es hier gar nichts, da rein zu gehen. Eigentlich ungewöhnlich, denn sonst kostet eigentlch alles hier immer total viel Eintritt, egal ob Museen oder sonstwas. Umso besser. Hier stehen riesige alte Bäume, viel Grünflächen (die aber normalerweie braun sind, wegen der Trockenheit, aber diesen Sommer hat es viel geregnet), Kräutergarten, Gewächshäuser usw. Ein Plätzchen zum Energie tanken, wenn man sich den Verkehrslärm von der nahe gelegenen Umgehungsstraße wegdenken kann... ;-)

baum

fledermaus

Was da in den Bäumen hängt, sind übrigens keine Zapfen oder Blätter – nein das sind große Fledermäuse! Wenn es dämmert, erheben die sich irgendwann aus dem Bäumen und fliegen gen City – ein etwas gruseliges Schauspiel angeblich, das ich aber leider noch nicht gesehen habe.

Australian Museum

Gestern war ich denn mal ein bisschen „in Sachen Kultur“ unterwegs. Das Australian Museum war angesagt und ich muss sagen, die Aussies haben es mal wieder geschafft, mich positiv zu überraschen. Nicht nur, dass es sehr interessante Dinge anzuschauen gibt (aber das ist ja in viele Museen der Fall), vor allem, wie toll die Sachen didaktisch aufbereitet sind, hat mich beeindruckt. Da gibt es zum Beispiel eine „Discover“-Abteilung, wo hunderte ausgestopfte Tiere rumstehen, die man dann zeichnen (wahrscheinlich der Fluch jedes Sydneyer Kunststudenten... ;-) ) oder einfach genau anfassen kann. Dann stehen da ne Menge Computer, wo man sich dies und jenes recherchieren kann uns so weiter. Besonders gut hat mir aber die Abteilung „Indigeous Australians“ gefallen – eine große Ausstellunsfläche, die dem Besucher so einiges über die verschiedenen Ureinwohner-Stämme Australiens erzählt. Und auch hier ganz toll gemacht mit Videos, Plakaten, Statements von indignen Australiern, Kinderspielecke mit Puzzles und so weiter. Echt schön gemacht, davon abgesehen, dass die Aborigine-Kunst auch einfach schön ist.

museum1



Nicht so spannend finde ich persönlich ja immer diverse Skelette und sowas. Naja, man muss ja nicht alles mögen... Toll war dann aber wieder der „Planet of Minerals“. Wow. Tausende Edelsteine, faszinierend. Das hier ist anscheind das größte Goldnugget, das auf der Welt jemals gefunden wurde (in Australien natürlich, versteht sich). Wiegt schlappe 70 Kilo, das Teil, und kann wohl eigentlich kaum noch als „Nugget“ (Bröckchen) bezeichnet werden... ;-)

museum2

Mardi Gras Parade

Die große „Mardi Gras Parade“ (findet meines Wissens jeden März in Sydney statt und es sind tausende Leute als Teilnehmer und vor allem als Zuschauer unterwegs) ist eine Mischung aus einer Demonstration, einem Faschingszug und einer Tanzveranstaltung, wenn ich als hintergrundunwissende Beobachterin der gestrigen Parade das mal so pauschal sagen darf. In anderen Ländern kennen wir ähnliche Aktionen als „Pink Saturday“ oder „Christopher Street Day“. Diese Parade ist eine von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transvestiten veranstaltete Aktion für mehr rechtliche Freiheiten, Toleranz und natürlich „make love, not war“. Und wie schon so manches Mal vorher fragte Frau sich auch diesmal angesichts all der knackigen Körper: Warum sind die schwulen Jungs immer die smartesten? ;-)

schmetterling

Beeindruckt hat mich neben den teilweise unglaublich witzigen Kotsümen, Mottos und schrillen Typen vor allem, dass viele Organisationen, Parteien und sogar Polizei und Feuerwehr an diesem Umzug teilgenommen haben. Seien es nun die australische Polizei (nicht als Aufpasser, als Mit-Agierende in Uniform!), The Greens, The Democrats, The Australian Labour Party, IBM und so weiter. Sehr schön fand ich das Schild von einem Wagen, auf dem IBM-Mitarbeiter mitfuhren (leider konnte ich es mangels Akku-Energie dann nicht mehr ablichten), das ungefähr so lautete: „We proudly support our gay, lesbian and bisexual employees (und noch mehr, was ich nicht mehr weiß)“. Könnt Ihr Euch sowas in Deutschland vorstellen? Ich mir nicht, aber ich lass mich da gern anderweitig überraschen ...



Es hat viel Spaß gemacht, zuzuschauen, auch wenn ich bei dererlei Veranstaltungen immer verliere, weil ich schlicht immer nix sehe. Naja, mit hochgerecktem Arm konnte ich wenigsten ein bisschen was auf Fotos bannen. Und hätte nicht dieser junge Franzose mit der reizenden rosa Perücke mich noch völlig mit Rotwein vollgesabbert, wäre es auch ein echt schöner Abend geworden.

franzose

Denn natürlich trägt man, wenn sowas passiert, gerade NICHT die schwarze Hose oder das dunkelblaue Shirt, sondern die hellbeige Hose MIT einem himmelblauen Shirt. Und Rotwein geht ja so gut raus... T-Shirt ist versaut, Hose geht noch einigermaßen, ist aber auch ein wenig neu gemustert jetzt. Ärgerlich. Für ultimative Reinigungstipps bin ich dankbar (Salz war natürlich nicht zur Hand...) Und ich war auch noch zum Teil selber Schuld, das ist die Ironie an der Geschichte: Der Typ fragt mich, ob ich einen Flaschenöffner habe. Nein, hab ich nicht, aber „just push the kork into the bottle – I know that will work, I've done it myself...“ Harhar – gesagt, getan, er war zwar sehr skeptisch, hat es dann aber gemacht, aber mit etwas viel Druck. Ja, und ich hab halt nicht schnell genug reagiert. Immerhin durfte ich dann zum Trost die ersten Schlucke aus der Flasche machen, immerhin was... ;-)

Raus in den Busch - und viele erste Male ...

Das erste Mal im „Busch“! Zusammen mit Astrid, eine Deutsche, die seit einigen Jahren hier ineinem Vorort von Sydney lebt und die ich aus einem Online-Forum kenne, sind wir runter nach Cronulla (ca. 20 km südlich der City) und von dort aus mit der Fähre auf ein Halbinselchen namens Bundeena gefahren. Nettes Flecken, und gar nicht weit von der City entfernt (vielleicht eine Stunde mit der U-Bahn). Und keine Touris bzw. nur wenige, was man von Bondi Beach ja nicht gerade sagen kann. Direkt hinter dem Strand fängt dann der Busch an. Interessant.

bundeena

Hier hatten wir diverse „erste Male“: Das erste Mal annähernd in sowas wie dem „Bush“ rumgelaufen. Das erste Mal ne Schlange schnell davon schleichen sehen. Das erste Mal eklige fette Spinnen (die aber nix tun) in Massen gesehen, das erste Mal im Meer gebadet.

spinne

busch

Das zweite Mal in zwei Tagen völlig durchgeweicht worden – das regnet hier momentan abends ohne Unterlaß. Aber wie. Tags ist es schön warm (um nicht zu sagen: heiß), aber spätestens um fünf am Nachmittag geht es los. Das ist aber insofern sehr gut, weil es dieses Jahr dadurch nicht viele Busch-Brände in dieser Gegend gegeben hat und alles schön saftig grün ist. War ein toller Ausflug, auch wenn der Rückweg drei Stunden dauerte, weil irgendwas mit dem Zug war und dann geht einfach nix mehr. Als wir dann über eine Stunde im Zug saßen und in dieser Zeit an einer Station geblieben waren und sich nichts bewegte, rief Astrid ihren Freund an, uns doch bitte abzuholen. Machte er auch gleich und fuhr Brit und mich dann zur nächsten Station, ab der die Züge wieder normal fuhren... In dieser Hinsicht ist Australien echt hinterwäldlerisch: Kaum ist irgendwo irgendwas, geht nichts mehr. Stundenlang. Witzig, wie man an manchen Kleinigkeiten merkt, dass das hier eben doch eine sehr junge Zivilisation ist. Allein, dass die Waschmaschinen hier nur kalt waschen... Naja, anderes Thema. :-)

On the Beach

Einfach mal gucken, haben wir uns gedacht, als wir am Samstag mittags raus zum Bondi Beach gefahren sind. Es war einfach strahlend tolles Wetter. Da konnte ich gleich meiner Passion (Starbucks/Frappuccino) gerecht werden:

starbucks

Ist aber eine mittlere Weltreise mit dem Bus oder mit Bahn und Bus bis nach Bondi. In dieser Hinsicht erinnert mich Sydney sehr an London – von A nach B braucht man einfach Stunden. Bondi ist DER Strand von Sydney – und wenn man ehrlich ist, könnte das auch am Ballermann sein, da laufen nur Verrückte rum, haben wir uns sagen lassen. Am Wochenende natürlich erst recht... ;-) Das Meer ist trotzdem immer wieder toll. Diesmal haben wir zwar nur die Füße reingesteckt, aber das war ja schonmal besser als gar nichts.

bondi1

Abends sind wir dann noch auf das „Good Vibrations Festival“ (so was ähnliches wie Rock im Park, aber nur einen Tag lang), für das wir am Freitag Abend beim Barbecue in der Jugendherberge die Tickets gewonnen hatten. Es hat dann zwar in Strömen geregnet (klar, war ja auch Open Air...), wir sind dann aber doch noch hin, weil die Tickets regulär je 90 Dollar gekostet hätten. Das Wetter sieht dann jeweils SO aus, wenn es Nachmittag wird:

regen

Endlich ein wenig Sightseeing

Ein so genannter „Harbour Cruise“ war in unserem „Sydney-Stay-Longer-Paket“ mit enthalten und gestern waren wir dann mit dem Boot einmal rund um den großen Hafen von Sydney.

opera

So haben wir trotz unseres immer noch anhaltenden Jetlag-Problems gestern immerhin ein bisschen was auf die Reihe bekommen: Steuernummern beantragt und ein bisschen Sightseeing gehabt. Wird schon alles, so allmählich... :-)

skyline

Endlich da - Sydney!

Oh weih. Nach 15 Stunden Flug und kaum Schlaf (da kann ich noch so müde sein, es geht nicht, dafür habe ich mir 5 Filme reingezogen...) kommen wir am 16. Februar also endlich in Sydney an. So richtig glauben können wir noch nicht, dass wir wirklich hier sind. Das wird auch noch ein wenig dauern, schätze ich. Den ersten Tag haben wir mit dösen verbracht, nachdem wir die Jugendherberge problemlos gefunden hatten. Abends sind wir noch völlig desorientiert, vom Hunger getrieben, in einen großen Supermarkt zum Essen kaufen. Und dann ins Bett. Bis unsere beiden neuseeländischen Zimmergenossinnen kamen... Komisch, man kann noch so müde sein – manchmal wird es nichts mit schlafen. Also sind Brit und ich nach einigem Rumgewälze morgens um 5:30 Uhr dann vor der schnarchenden Lisa geflohen und durch die Herberge gewandelt. Ne Stunde später wurde es dann hell und ich konnte weiterschlafen. Irgendwann mittags sitze ich jetzt hier und versuche, Euch auf den Stand der Dinge zu bringen. Bei Euch ist es vier Uhr morgens, Ihr schlaft wahrscheinlich selig. Gut, jetzt, wo ich den Text im Internetcafe hier einkopiere, ist es schon fast 20 Uhr und Ihr schlaft nicht mehr - bei Euch ist es jetzt 10 Uhr morgens. Irgendwie strange, das alles...

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